Zwischen Kaffeeduft und kolonialem Flair – Antigua ist Lebensgefühl
Guatemalas alte Hauptstadt ist Zentrum der Sinnlichkeit
Antigua, Guatemalas alte Hauptstadt begeistert jährlich viele tausend Menschen aus aller Welt und ist sicherlich die bekannteste - und auch beliebteste Stadt des Landes. Und doch gibt es hier neben dem touristischen Pflichtprogramm viel mehr zu sehen und zu erleben, abseits der gut besuchten Stätten.
Berge von Obst und Gemüse, Säcke voll mit den wunderlichsten Gewürzen,
lärmende Marktschreier und schwer beladene Frauen mit fein zubereiteten
Speisen oder Früchten, dazu das Dröhnen der Motoren der Überlandbusse vom
nahe gelegenen Bahnhof treffen die Sinne und vermischen sich zu einem
farbenprächtigen Gewirr Formen, Geräuschen und undefinierbaren Lautmalereien
– man ist auf dem Wochenmarkt in Antigua, Guatemalas alter Hauptstadt. Nur
wenige Touristen verschlägt es fern der belebten Plätze des Zentrums
hierher. Fliegende Händler und Bauern reisen jede Woche aus dem ganzen Land
meist mit den charakteristischen, schweren Überlandbussen an, um ihre Waren
feilzubieten. Und was diese Busse alles transportieren! Es scheint, als ob
der ganze Markt abends abgebaut und mit ihnen in alle Richtungen des Landes
davon getragen würde. Schiebt man sich durch die engen Gänge des überdachten
Marktes, vorbei an Säcken mit wohlriechendem Zimt, Bohnen, Kartoffeln und
sonderbaren Obst- oder Gemüsesorten, die man als Europäer hier erstmals zu
Gesicht bekommt, so gelangt man vielleicht auch zu dem ein oder anderen
Stand mit frisch duftenden Kaffeebohnen – Kaffee hergestellt in
Antigua. Das sollte man sich näher ansehen.
Nur wenige Kilometer vor der Stadt liegt die „Finca Filadelfia“, eine der größten Kaffeeplantagen der Gegend, in der man den Anbau der Pflanze, die Ernte und Verarbeitung bis hin zum trinkfertigen Produkt erleben kann. Hier lernen wir, dass unterschiedliche Kaffeesorten nicht etwa durch das gute Zusammenmischen von Bohnen, sondern durch sensible Kreuzungsprozesse den Arten „Arabica“ und „Robusta“ herbeigeführt werden. Die Kaffeepflanzen brauchen eine feuchtwarme und vor allem schattige aber auch etwas windige Umgebung, die durch die Anpflanzung der Setzlinge unter Schatten bietenden, australischen Bäumen erzielt wird. Kräftig-rote „Cherry-Bohnen“, die zunächst so gar nicht nach Kaffee aussehen, sind die Früchte, um die sich hier alles dreht. Dazu muss die Pflanze 4 Jahre wachsen, bevor Sie von März bis November eines Jahres von den mehr als 200 Erntehelfern der Finca ihrer wertvollen Erzeugnisse entledigt werden kann. „Natürlich achtet man hier streng auf „Fair Trade“ und die Kaffeepflücker bekommen mit 40 Dollar pro Korb und etwa 350 US-Dollar pro Monat einen angemessenen Lohn, der überdurchschnittlich hoch ist“ erläutert Carlos Ordonez, der uns als Vertreter der Finca zur Seite steht. Nach zahlreichen Wasch-Trockungs-und Selektionsverfahren ist der Kaffee dann fertig zum Export nach Deutschland, in die USA oder Japan. Denn die Röstung erfolgt erst im Zielland. Eine Ausnahme bildet der „Gravilea“-Kaffee, der in Guatemala selbst bleibt und uns schon auf dem Wochenmarkt in Antigua begegnet ist.
Diese ehemalige Kolonialstadt hat viel mehr zu bieten als man anfänglich glaubt - in der Vergangenheit oft zerstört von Erdbeben und schweren Ausbrüchen der umliegenden, bis heute aktiven Vulkane, die wie bedrohliche Wächter immerfort auf die Stadt herab blicken und dann und wann Flüche in Form von donnernd aufsteigenden Rauchwolken abzugeben scheinen. Niedrige, eingeschossige Gebäude im Stil längst vergangener Zeiten spanischer Kolonialzeiten, reizvolle Cafes, die in hundert verschiedenen Facetten ein lebendig-fröhliches Flair mit viel Sinnlichkeit verkörpern, farbenprächtig gekleidete Guatemalteken, meist dem Maya-Volk zugehörig und zu jeder Tageszeit lebendige Plätze im Herzen der Stadt – das ist Antigua. So klein dieser Ort auch ist, so einzigartig und typisch zeigt er doch auf engstem Raum die vielen Gesichter des Landes: Es sind die Farben, die das Besondere hier und im ganzen Land ausmachen.
WORT BAU STELLE
Philip Duckwitz
Nur wenige Kilometer vor der Stadt liegt die „Finca Filadelfia“, eine der größten Kaffeeplantagen der Gegend, in der man den Anbau der Pflanze, die Ernte und Verarbeitung bis hin zum trinkfertigen Produkt erleben kann. Hier lernen wir, dass unterschiedliche Kaffeesorten nicht etwa durch das gute Zusammenmischen von Bohnen, sondern durch sensible Kreuzungsprozesse den Arten „Arabica“ und „Robusta“ herbeigeführt werden. Die Kaffeepflanzen brauchen eine feuchtwarme und vor allem schattige aber auch etwas windige Umgebung, die durch die Anpflanzung der Setzlinge unter Schatten bietenden, australischen Bäumen erzielt wird. Kräftig-rote „Cherry-Bohnen“, die zunächst so gar nicht nach Kaffee aussehen, sind die Früchte, um die sich hier alles dreht. Dazu muss die Pflanze 4 Jahre wachsen, bevor Sie von März bis November eines Jahres von den mehr als 200 Erntehelfern der Finca ihrer wertvollen Erzeugnisse entledigt werden kann. „Natürlich achtet man hier streng auf „Fair Trade“ und die Kaffeepflücker bekommen mit 40 Dollar pro Korb und etwa 350 US-Dollar pro Monat einen angemessenen Lohn, der überdurchschnittlich hoch ist“ erläutert Carlos Ordonez, der uns als Vertreter der Finca zur Seite steht. Nach zahlreichen Wasch-Trockungs-und Selektionsverfahren ist der Kaffee dann fertig zum Export nach Deutschland, in die USA oder Japan. Denn die Röstung erfolgt erst im Zielland. Eine Ausnahme bildet der „Gravilea“-Kaffee, der in Guatemala selbst bleibt und uns schon auf dem Wochenmarkt in Antigua begegnet ist.
Diese ehemalige Kolonialstadt hat viel mehr zu bieten als man anfänglich glaubt - in der Vergangenheit oft zerstört von Erdbeben und schweren Ausbrüchen der umliegenden, bis heute aktiven Vulkane, die wie bedrohliche Wächter immerfort auf die Stadt herab blicken und dann und wann Flüche in Form von donnernd aufsteigenden Rauchwolken abzugeben scheinen. Niedrige, eingeschossige Gebäude im Stil längst vergangener Zeiten spanischer Kolonialzeiten, reizvolle Cafes, die in hundert verschiedenen Facetten ein lebendig-fröhliches Flair mit viel Sinnlichkeit verkörpern, farbenprächtig gekleidete Guatemalteken, meist dem Maya-Volk zugehörig und zu jeder Tageszeit lebendige Plätze im Herzen der Stadt – das ist Antigua. So klein dieser Ort auch ist, so einzigartig und typisch zeigt er doch auf engstem Raum die vielen Gesichter des Landes: Es sind die Farben, die das Besondere hier und im ganzen Land ausmachen.
WORT BAU STELLE
Philip Duckwitz