Yucatan – eine Rundreise
Es war wieder einmal so ein Zufall, der sich nachträglich als Wink des Schicksals entpuppt. Durch die vorgegebenen Ferientermine in ein Schema gepresst, standen wir vor der Entscheidung, wohin in 14 Tagen über Weihnachten und Silvester? Zumal wir erklärte Winter-Hasser sind, Massentourismus verabscheuen, ungern lange an einem Ort verweilen und noch weniger gern tagelang an einem Strand herum lungern. Aber Sonne und unbekannte Kulturen sollten es sein. Die Antwort bekamen wir unerwarteter Weise am Stammtisch unseres Lieblingslokals: Mexiko!
Ines (Heidemann, Inhaberin des Reiseveranstalters Ameria Tours) begeisterte uns mit ihren Beschreibungen – Mayatempel, Regenwald, karibische Strände, alte Haciendas, und das Ganze zu zweit mit dem Jeep erkunden! Alles passte, Ines stellte uns eine Reiseroute zusammen, brachte uns Bilder und Kataloge mit, schickte uns Internet-Links, die uns begeisterten. So kam es, dass wir schon im April 2008 diese Reise buchten.
Dann heiß es nur noch warten, und den kritischen Fragen der Verwandtschaft entgegen zu treten:
„Seid ihr verrückt, alleine mit dem Auto durch Mexiko? Was da alles passieren kann!“
Passiert ist dann wirklich viel, Abenteuerliches und Interessantes, aber nichts Negatives.
Unsere Rundreise begannen wir am 21.12.08 von Cancun aus, dessen riesige, wenn auch luxuriöse Bettenburgen wir gern hinter uns ließen. Der Weg aus der Stadt heraus war die erste Bewährungs-probe, vor uns lagen ein Besuch von Chichen Itza und die Fahrt bis nach Temozon. Die rasante Auslegung der Verkehrsregeln haben wir schnell erfasst, der Trubel auf den Straßen gab uns den ersten Eindruck mexikanischer Lebensart.
Chichen Itza in der Mittagshitze faszinierte uns, erdrückte uns aber auch durch die Unmengen von Touristen auf den ausgetretenen, staubigen Wegen. Außerdem waren wir doch aufgeregt, ob wir den Weg zur Hacienda Temozon finden. Naja, ein wenig verfahren haben wir uns doch, es dämmerte schon, die moderne Technik in Form des Navigationssystem im Black Berry zeigte uns den Weg.
Die Hacienda Temozon hat uns überwältigt. Stille, Natur, Luxus, Geschichte zum Anfassen, edles Essen. In den 3 Tagen dort sind wir richtig in Yucatan angekommen, haben in einer Cenote gebadet, die Tempelanlage von Uxmal besichtigt ( grandios! ), das Dorf erkundet, in der Hängematte liegend den Geräuschen der Tiere gelauscht, Tequila getrunken, mexikanische Gerichte ausprobiert – perfekt.
Am 24.12.08 fuhren wir weiter, Campeche am Golf von Mexiko war unser Ziel. In der Stadt tobte der Weihnachtsvorbereitungs-Stress, dem wir entflohen zu sein glaubten. Die Hacienda Puerta war eine Oase der Kühle und Ruhe, nach einem Nachmittag am Pool erlebten wir einen mexikanischen Weihnachtsabend mit Prozession, Punch und Pineta. Für das anschließende 5-Gänge-Menu über den Dächern der Stadt, in der eine sehr turbulente Weihnachtsnacht vorrüberging, waren wir leider zu übermüdet.
Die nächste Etappe führte uns am 25.12.08 nach Palenque. Die Fahrt war ereignisreich, Reifenpanne! Aber gottseidank kurz vor einer Tankstelle. Dort fanden wir nach kurzer Suche einen Helfer, Reifenwechsel und Vulkanisierung auf recht ungewöhnliche Art uns Weise. Glücklich fuhren wir weiter in den Dschungel. Die Tempelanlage begrüßte uns mit einem Regenbogen, das Klima und die Architektur genial. Die Übernachtung in einem Feriendorf eher amerikanisch touristisch.
Wieder ging es weiter, auf ins Hochland,
am 26.12.08. Unterwegs besuchten wir die Wasserfälle Meso und Agua Azul, beeindruckend und erfrischend. Die Fahrt stellte hohe Anforderungen an Mensch und Auto, Kurve an Kurve, dazu Berg und Tal, nichts für Leute, die auch nicht Achterbahn fahren können. Die Reise führte durch viele Indio-Dörfer, es gibt so viel zu schauen, aber wir mussten weiter bis San Christobal de las Casas. Wieder eine völlig andere Welt. Ein zauberhafter Ort, den wir 2 Tage lang erkundeten. Im Hotel Parador San Juan de Dios kann man wunderbar entspannen, zwischen Kunstwerken, im Whirlpool und bei sehr gutem Essen.
Bei nur 8 Grad am Morgen nehmen wir Abschied vom Hochland, ein geht steil bergab auf der PanAm, dann wieder bergauf quer durchs Gebirge. Unser Ziel ist Villahermosa. Im Nachhinein stellten wir fest, dass wir uns diese Tour hätten sparen können: die Kollossal-Köpfe in dem Park lassen uns unbeeindruckt, das Hotel Quinta Real ist kalt und unfreundlich¹.
Die vorletzte Etappe
Wir sind froh, am nächsten Morgen weiter fahren zu können. Am 29.12. unsere vorletzte Etappe: nach Kohunlich. Die lange Strecke hatte kaum Kurven und erschien uns erholsam. Angekommen, stiegen wir auf (wackelige) Mountainbikes und fuhren zur Tempelanlage. Unglaublich, noch schöner als alle anderen zuvor. Außerdem haben wir sie im Abendlicht ganz für uns allein und sind sprachlos.
Das letzte Mal den Jeep beladen,
Am 3.01.09 sollte der Flug nach Frankfurt gehen. Zu Hause waren wir aber erst am Mittwoch, dem 7.01.09. Aber das ist eine andere Geschichte….
Silke und Michael Höntzsch
Dresden





