Uruguay
Komfort und Entspannung im Land der Gauchos
Uruguay ist das kleinste spanischsprachige Land Südamerikas. Es grenzt an Brasilien und Argentinien und weiß mit einer herrlichen Atlantikküste zu bestechen. Uruguay ist ein sehr flaches Land, die höchste Erhebung weißt eine Höhe von gerade einmal 514 Metern auf und nur 10% des Landes liegen über 200m. Fahrradfahren – z.B. als Tagestour von einer der vielen Estancias – ist hier also eine sehr gemütliche Angelegenheit.Die Spanier erhofften sich bei der Eroberung reichhaltige Bodenschätze (daher auch der Name des „Rio de la Plata“ – „Silberfluß“). Doch sorgten erst die Spanier selbst für das wichtigste landwirtschaftliche Gut: die ausgesetzten Rinder entwickelten sich prächtig zu riesigen Herden. Allen Nicht-Vegetariern sei also Uruguay auch kulinarisch ans Herz gelegt. Doch keine Sorge: auch Gemüse gibt es reichlich, schließlich ist die Landwirtschaft auf diesem fruchtbaren Boden allgegenwärtig.
Die Europäer spielen beim Tourismus in Uruguay noch eine untergeordnete
Rolle. Die mit Abstand meisten Besucher kommen aus Argentinien und
Brasilien. Es gibt also noch viel zu entdecken. Statt mir mühevoll
beschreibende Worte aus den Fingern zu saugen, zitiere ich lieber kurz aus
einer Broschüre, denn diese Aussage ist mehr als nur Werbung, sie ist exakt
die Wahrheit: „Uruguay bedeutet Natur und Wildnis, abwechslungsreiche
Vielfalt innerhalb kurzer Distanzen, Gaucho- und Tango-Traditionen,
spanische und portugiesische Geschichte, köstliches traditionelles Essen,
exzellente Weine und freundliche zuvorkommende Menschen, die stolz sein
werden, Ihnen die Schönheiten des Landes zu zeigen und mit Ihnen zu
teilen.“
Wir flogen mit der TAM (der wunderbaren brasilianischen Airline) von Frankfurt via São Paulo nach
Wir flogen mit der TAM (der wunderbaren brasilianischen Airline) von Frankfurt via São Paulo nach
Montevideo
Also beginne ich lieber chronologisch. Vom Flughafen fuhren wir durch einen Villenort, der vor gar nicht so langer Zeit noch eine unbebaute Sanddüne war, direkt ins Zentrum der Stadt. Montevideo erwieß sich als eine vielgesichtige Stadt. Zwischen modernen Bauten finden sich architektonische Perlen im kolonialen Stil. Ein Höhepunkt der Stadtbesichtigung war die berühmte Markthalle Mercado del Puerto direkt am Hafen. Kleine Verkaufsstände und die Architektur werden von einer wunderbaren Atmosphäre begleitet. Hier kann man sitzen, ein Bierchen trinken und vielleicht auch schon das erste Steak genießen (natürlich vom Grill) und will eigentlich gar nicht wieder gehen. Im Hafen landet übrigens die Fähre von Buenos Aires an, auch Anker und Leiteinrichtung des hier versenkten Panzerschiffs Admiral Graf Spree kann man mit etwas Glück besichtigen.
Das Zentrum Montevideos kann man problemlos in einem Stadtrundgang erkunden. Manch´ Sehenswürdigkeit erwartet hier den Besucher.
An einem Abend fuhren wir in die nähere Umgebung, und zwar zum knapp eine Stunde (38km) entfernt liegenden
Weingut Juanico
Jedenfalls ist die Hauptrebsorte Tannat, ein dem Malbec ähnlicher Wein, der nur in Südamerika und da hauptsächlich in Uruguay reinsortig gekeltert wird. Ursprünglich kam der Tannat aus den Pyrenäen, heute gibt es noch Anbaugebiete im Südwesten Frankreichs, in mehreren Ländern Südamerikas sowie kleine Gebiete in Australien.
Nach einer Führung durch die Weinhänge und das liebevoll restaurierte Weingut (das Hauptgebäude stammt aus dem Jahre 1830) mit seinen modernen Produktionsanlagen folgte der entscheidende Teil des Besuches: die Weinverkostung. Die auf dem Weinweingut Juanico erzeugten Weine sind von guter bis exzellenter Qualität und mit 7$ bis 33$ keineswegs Billigprodukte. Dazu gab es die schon erwähnte vorzügliche Küche, und so war es ein rundum zufriedenstellender Abend. Zum Glück wurden wir gefahren, denn der Weg zurück nach Mondevideo hätte sich sonst als schwierig erwießen.
Die nächste Station unserer Reise entlang der Südküste Uruguays war in Richtung Osten das romantische Fischerdörfchen
Cabo Polonio
Und doch mußten wir wieder zurück Richtung Montevideo, und zwar besuchten wir als nächstes
Die Estancias Guardia del Monte und El Charabon
Direkt an der Castillos-Lagune gelegen ist die Guardia del Monte ein ehemaliger spanischer Grenzposten, das Mauerwerk stammt aus der Kolonialzeit. Die Estancia wird heute noch bewirtschaftet und bietet sich als Übernachtungsstätte in charmanter Atmosphäre geradezu an. Umgeben wird sie von Sumpfgebieten mit unzähligen Vogelkolonien und einem einmaligen Ombú-Wald. Deshalb wurde diese traumhafte Landschaft von der UNESCO zum Schutzgebiet erklärt. Für Naturliebhaber schlicht ein Paradies.
Die Estancia El Charabón dagegen ist modern und komfortabel restauriert und erinnert eher an ein Boutiquehotel als an einen Bauernhof. Mit den estanciaeigenen Pferden können Ausritte am nahe gelegenen Strand oder mit dem Drahtesel Ausflüge in die landwirtschaftlich geprägte Umgebung unternommen werden. Ein Gaucho bereitete das Abendessen – natürlich auf dem Grill und natürlich gab es Wein aus Uruguay. Ein wunderbarer Abend in komfortablem und stilvollem Ambiente. Die Estancia ist ein bestens geeigneter Ort, um Ruhe zu finden, zu wandern oder am Pool endlich mal das Buch zu lesen, zu dem man sonst immer nicht gekommen ist.
Weiter Richtung Montevideo erreichten wir nun
Punta del Este
Die Vororte entlang der Küste beherbergen in flachen Häusern höchstpreisige Hotels und Privatvillen. Die Stadt selbst besteht hauptsächlich aus Hochhäusern, die als Hotels und für Appartements genutzt werden. Die "reguläre" Zahl von etwa 10.000 Einwohnern verzehnfacht sich in der Hauptsaison Dezember bis März. Wir jedoch waren im November da, so daß die vielen dunklen Häuser nachts eher einer Geisterstadt glichen. Einige Lokalitäten hatten geöffnet, so daß ein gemütliches Ausklingen des Tages garantiert war. Doch die vielen weiteren – noch geschlossenen – Restaurants und Diskotheken ließen das quirlige Nachtleben in der Hochsaison erahnen.
Ein kleiner Ausflug hatte nach etwa halbstündiger Fahrt das Casapuebla-Museum auf Punta Ballena zum Ziel. Hier besichtigten wir die Werke des Malers Carlos Páez Vilaró, der auch den Bau des schneeweißen Museums hoch über den Klippen verantwortlich gestaltete. Das ganze Haus weißt keine Ecke und keine Gerade auf. In faszinierende Weise erinnert der markante Bau an einen Gletscher. Von der Panoramastraße hat man einen fantastischen Blick auf Punta del Este und kann den Sonnenuntergang romantisch erleben.
Auf unserem weiteren Weg via Montevideo Richtung Westen besuchten wir in Colonia Valdense die gemütliche Estancia La Vigna, einem durch die argentinischen Besitzer mit künstlerischem Flair versehenen Kleinod mit Atelier und der Möglichkeit von Fahrradtouren zum 8km entlegenen Strand, und fuhren weiter nach
Colonia del Sacramento
Natürlich befinden sich die Hotels der Altstadt auch in prächtigen kolonialen Häusern mit herrlichen Innenhöfen und gemütlichen Zimmern. Alles atmet den kolonialen Prunk. Doch wer es moderner und sportlicher haben möchte, dem sei das nahe gelegene luxuriöse Sheraton mit eigenem Golfplatz empfohlen.
Ein Symbol der jüngeren Geschichte ist die etwas außerhalb gelegene Stierkampfarena, die 1910 fertiggestellt wurde und somit bis zum Stierkampf-Verbot in Uruguay nur wenige Stierkämpfe erlebt hat. Nach einigen Versuchen der anderweiligen Nutzung ist die Arena heute baufällig und kann nur von außen besichtigt werden.
Nach so viel Geschichte fuhren wir nun weiter und besuchten die
Estancia Finca Piedra
Der Abend wurde dann am Lagerfeuer durch einen kleinen Begrüßungsempfang eingeleitet und mit einem tollen Essen bei – natürlich – selbst erzeugtem Wein und einer Tanzdarbietung abgerundet. Die Estancia Finca Piedro produziert in den eigenen Weinanbaugebieten schöne Weine für den Eigenbedarf und die Region.
Doch wir mußten diesen Abend frühzeitig beenden (und „früh“ kann wörtlich im Sinne von „Weit nach Mitternacht“ genommen werden), denn bereits zu einer unchristlichen Zeit mußten wir wieder nach Montevideo aufbrechen, um unseren Rückflug um 8 Uhr zu erreichen.
Reisen Sie nach Uruguay und erleben sie es selbst –
schöner kann Urlaub kaum sein.
Klaus Heidemann
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